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TraumaHelfer-Fortbildung

TraumaHelfer-Fortbildung

für professionelle und nicht-professionelle UnterstützerInnen in psychosozialen Tätigkeitsfeldern

Hintergrund

Etwa eine Million geflüchtete Kinder und Jugendliche werden für die nächsten Jahre – auf hunderte Orte verteilt – mit uns leben, ein Drittel mit stärkeren seelischen Traumatisierungen. Selbst wenn bei 6000 KinderpsychotherapeutInnen und 1200 KinderpsychiaterInnen nur jedes zehnte Kind in Behandlung käme, wäre unser Versorgungssystem massiv überfordert. Doch es gibt Hoffnung: Seit den 90er Jahren wurden in vielen Krisenregionen Konzepte umgesetzt, die auf psychotherapeutisch angeleiteter Laienhilfe basieren. Unsere späteren TraumaHelfer sind beispielsweise Medizin-, Psychologie- oder Soz.Päd.- StudentInnen, KinderkrankenpflegerInnen oder FachpflegerInnen aus der Kinderpsychiatrie, LehrerInnen und ErzieherInnen. Ihr Einsatz setzt die unmittelbare Begleitung durch einen Kinderpsychotherapeuten oder einem entsprechend ausgebildeten Arzt voraus. In der Fortbildung werden psychotraumatologische Grundlagen auf neuro-wissenschaftlichen Erkenntnissen vermittelt. Von diesem Basiswissen profitieren alle Berufsgruppen und Helfer, die in Begegnung mit traumatisierten Menschen sind. Mittlerweile gibt es in Deutschland etwa 1800 Traumahelfer, die in wenigstens 5 Bundesländern tätig sind. Das Konzept wurde 2017 in Sachsen-Anhalt mit dem Integrationspreis der Landesregierung ausgezeichnet.

Was ist Festland?

Festland ist ein Projekt des gemeinnütziger Vereins SKYE.e.V., der sich für die Integration geflüchteter Kinder und Jugendlichen engagiert. Wir wollen Kinder und Jugendliche mit Fluchthintergrund bei der Verarbeitung und Bewältigung von traumatisierenden Erlebnissen begleiten und unterstützen. Das Projekt wird fachlich angeleitet und begleitet von erfahrenen Berliner PsychologInnen und TraumatherapeutInnen.

Inhalte

Im TraumaHelfer-Kurs lernen die Teilnehmer psycho-traumatologische Grundlagen, das ABC der Stabilisierungstechniken zur Selbstregulation zu vermitteln (kultur-unabhängige Atem- und Bewegungsübungen, kognitive und emotionsorientierte Therapie sowie Elemente der Funktionellen Entspannung und SURE) und die Methoden des von Dr. Beate Leinberger und Prof. Dr. Thomas Loew entwickelten Therapiekonzeptes, das eine interkulturelle, zum Teil nonverbale Traumabehandlung ermöglicht. Wichtige Bestand-teile des Konzeptes sind Sandspiel- und Narrative Therapie, Biografiearbeit und EMDR und damit verwandte Stabilisierungstechniken. 

Ablauf der Fortbildung

Freitag, 24. April 2020

9.00 bis 12.30 Uhr −Einführung in die Problemlage „Traumatisierte Flüchtlingskinder in Deutschland“ sowie kulturspezifische Aspekte −Vorstellung des Behandlungskonzeptes für traumatisierte Flüchtlingskinder im laienhelferunterstützten Gruppensetting 

10.45 bis 12.30 Uhr −Erkennen von (kinderspezifischen) Traumasymptomen, Diagnostik der PTBS −Vorstellung des Screenings mit dem RISC (Regensburger Interkultureller Stress Check) in unterschiedlichen Sprachen −Mittagspause

13.30 bis 15.00 Uhr −Neurologische Grundlagen / Psychotraumatologie, evaluierte Stabilisierungstechniken

15.15 bis 16.45 Uhr −SPRINTS: traumafokussiertes Sandspiel für Kinder (Sand-Play Therapy for Reprocessing – Including Nonverbal Trauma Interventions and Selfregulation Techniques)

16.45 bis 17.00 Uhr − Austausch, Plenum

Samstag, 25. April 2020

9.00 bis 12.30 Uhr −PARTNERS: Traumatechnik für Jugendliche (Painting and Re-Writing as a Traumafocused Neuropsychological Enhancement and Regulation of the Self) −Mittagspause

13.30 bis 16.30 Uhr −Funktionelle Entspannung

16.30 bis 17.00 Uhr −Austausch, Plenum, Klärung offener Fragen und Verabschiedung

Referenten:
•Dipl. Psych. Dirk Weber (Psychologischer Psychotherapeut) Traumatherapeut, Dozent am Institut für Traumatherapie Berlin
•Beate Selbach, Berlin (Dipl.-Sozialpädagogin, TraumaHelferin und Erzieherin)

Anmeldung

Anmeldung über www.festland.group oder per Post an:
Dirk Weber c/o Festland, Lauterstrasse 12, 12159 Berlin

Kosten pro Teilnehmer: 150 EUR. Bitte beachten Sie, dass eine Rückerstattung bei Nicht-Teilnahme nicht erfolgen kann.

Kontoinhaber: SKYE e.V.
IBAN: DE91 3705 0198 1933 5093 80
BIC: COLSDE33XXX

Verwendungszweck: FoBi TH Berlin 04-2020 

Infoflyer Festland (zum Herunterladen): PDF